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The Wire

Aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen erfordern Investitionen in die Kernsysteme

Die gegenwärtige Finanzkrise hat eine Rezession heraufbeschworen, deren Dauer und Ausmaße noch unbekannt sind. Sie hat bei den Ausgaben und Kapitalanlagen zu einer dramatischen Zurückhaltung seitens der überbelasteten Verbraucher und den unter Engpässen leidenden Unternehmen geführt. Wie sieht es aber in der Schaden- und Unfallversicherungsbranche aus? Sollte man hier ebenfalls die Ausgaben drosseln und sich bei strategischen IT-Investitionen zurückhalten? Angesichts von nur in dieser Sparte vorzufindenden Eigenschaften und einer konträren Investitionstheorie könnte die heutige Wirtschaftslage jedoch ganz im Gegenteil zu strategischen IT-Investitionen einladen.

Sieht man sich die strengen Aufsichtsvorgaben und die Risikozurückhaltung dieser Branche an, unterliegen Schaden- und Unfallversicherer einer enorm hohen Rechenschaftspflicht. Zu ihren wichtigsten Pluspunkten gehören eine niedrige Volatilität, ein geringes Risiko und eine feste Rendite. Die Versicherungsträger tragen in den meisten Fällen das Risiko des von ihnen gezeichneten Geschäfts – im Gegensatz zum reinen Abschluss des Geschäfts und der Übertragung des Risikos auf andere. Abgesehen von ein paar im Fokus der Öffentlichkeit stehenden Ausnahmen hat es die Versicherungsbranche daher geschafft, sich von leichtsinnigen und riskanten Praktiken sowie heiklen Anlagewerten fern zu halten, die zur Destabilisierung des Finanzsystems geführt haben. Während 2008 Bankenpleiten die Schlagzeilen beherrschten, sind die Versicherer zum größten Teil nicht ins Wanken geraten, und sie trotzen der widrigen Situation auch weiterhin.

Wie sieht es aber in
der Schaden- und Unfallversicherungsbranche aus? Sollte man hier ebenfalls die Ausgaben drosseln und sich bei strategischen IT-Investitionen zurückhalten?

Der Erwerb einer Versicherung ist ein Kaufgeschäft, das weitgehend strengen Vorschriften unterliegt und bei dem die meisten Prämieneinnahmen aus Vertragsverlängerungen stammen. Durch diese fortlaufenden Einnahmen erleben die Schaden- und Unfallversicherer eine geringere Volatilität bei der Nachfrage als andere Branchen. Dadurch befinden sie sich dank einer sicheren Kapitaldecke, die ihnen eine vernünftige und langfristige Strategieauslegung ermöglicht, in einer beneidenswerten Lage.

Verwendung von Kapitalüberschüssen

Dank des luxuriösen Vorteils von Kapitalüberschüssen stehen der Schaden- und Unfallbranche verschiedene Optionen für Investitionen zur Verfügung. Die Überschüsse können:

  1. eingesetzt werden, um die Underwriting-Bandbreite zu erweitern, Neugeschäft abzuschließen oder die bestehenden Rücklagen zu erhöhen
  2. an Kapitalmärkten angelegt werden
  3. an die Aktionäre und Versicherungsnehmer in Form von Dividenden oder niedrigeren Prämien zurückfließen
  4. in die Infrastruktur des Versicherers investiert werden, um das operative Versicherungsgeschäft und die ergänzenden Prozesse – wie Zeichnung oder Verlängerung, Prämieninkasso, Schadenregulierung und (hoffentlich) Gewinne aus dem Zeichnungsgeschäft – zu optimieren

Welche Verwendungsoption den größten Reiz hat, richtet sich nach den jeweils aktuellen Marktbedingungen. In harten Märkten, in denen die Versicherungsnachfrage das Angebot übersteigt und Versicherungsträger ihre Preisstärke wirksam nutzen, ist die Maximierung der Underwriting-Bandbreite u. U. die attraktivste Option. Alternativ ist möglicherweise in einem weichen Markt – vor allem, wenn die Aktienmärkte hohe risikobereinigte Renditen abwerfen – die Verwendung der Kapitalüberschüsse zur Erzielung von Kapitalerträgen oder das Teilen der Überschüsse mit den Aktionären die bessere Wahl.

Die Meinungen der Experten fallen unterschiedlich zu der Frage aus, ob der Versicherungsmarkt weicher oder härter wird, aber das historisch niedrige Verhältnis der Prämien zur Eigenausstattung und einfacher Geschäftssinn deuten darauf hin, dass der Rückgang bei den Prämien eher auf die gesamtwirtschaftliche Verlangsamung als auf einen Bedarf an oder Wunsch nach erhöhter Kapazität zurückzuführen ist.

Man könnte argumentieren, dass bei widrigen Marktbedingungen die erste Option (Underwriting-Kapazität) und die zweite Option (Kapitalmarktinvestitionen) u. U. weniger attraktiv sind, was wiederum die vierte Option (Eigeninvestitionen in Kerngeschäfte) Erfolg versprechender als gewöhnlich erscheinen lässt. Dies mag zu einer Zeit gegen intuitives Handeln verstoßen, in der Barmittel knapp sind und jede Ausgabe mehr als sonst zu überdenken ist. Aber dabei wird die wichtigste Frage in Verbindung mit der Anlageentscheidung beantwortet: Auf welche Weise können wir die höchste risikobereinigte Rendite erzielen?

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Befragen Sie beliebige Vertreter von Versicherungsunternehmen (Schadensachbearbeiter, Underwriter, Mitarbeiter der Bestandsverwaltung oder Produktmanager), und sie werden Ihnen sofort eine ganze Liste von Möglichkeiten präsentieren, wie Versicherungsträger ihr Geschäft effizienter, akkurater und kundenorientierter gestalten können. Aber bei der großen Mehrheit der Versicherungsträger ist das Vorhandensein eines (oder mehrerer) Altsystems/e ein grundlegendes Hindernis für die tatsächliche Umsetzung von Verbesserungsmöglichkeiten. Die alten Kernsysteme von Schaden- und Unfallversicherern wurden üblicherweise Ende der 70er bis Mitte der 90er Jahre implementiert. Sie stützen sich auf mittlerweile überholte Technologie-Plattformen und waren ursprünglich für die Verarbeitung von finanzorientierten Verarbeitungsprozessen gedacht. Deshalb stellen sie im „Getriebe“ einer Versicherung in nahezu jeder Hinsicht eher ein Hemmnis als eine Verbesserung dar. Fazit: Der Austausch dieser alten Schlachtrosse ist heute in der Tat die Investition mit der höchsten langfristigen Rendite.

Der Austausch dieser alten Schlachtrosse ist heute in
der Tat die Investition mit
der höchsten langfristigen Rendite.

Außerdem gibt es keine bessere Zeit, um in ein solches Vorhaben zu investieren. Denn dafür spricht nicht nur, dass alternative Möglichkeiten der Kapitalverwendung während dieser schwachen Markt- und Wirtschaftphase weniger lohnend sind, sondern auch, dass Technologieressourcen sogar breiter verfügbar sind und aufgrund der Rezession zu einem attraktiveren Preis als üblich angeboten werden. Technologieanbieter trumpfen möglicherweise mit Kampfpreisen auf und zeigen sich offen für Vereinbarungen mit Risikoteilung – Hauptsache, es kommt zum Geschäftsabschluss. Zudem werden interne Mitarbeiter so leichter davon zu überzeugen sein, im Unternehmen zu bleiben, und sie werden die Möglichkeit begrüßen, sich an Projekten zur strukturellen Verbesserung des Unternehmens zu beteiligen.

Risikominimierung

Das Bemühen, während dieser Rezessionsphase möglichst viele Risiken durch das Aufschieben strategischer IT-Investitionen zu umgehen, kann auch bedeuten, dass man geradezu auf solche Risiken zusteuert. Selbst wenn die offensichtliche Gefahr – nämlich, dass ein Projekt scheitert – vermieden wird, birgt dieser Ansatz eine Reihe von gefährlicheren, durch Untätigkeit entstehenden Risiken in sich. Da wären das Risiko eines veralteten Angebots für Vermittler und/oder Versicherungsnehmer, das Risiko einer nicht wettbewerbsfähigen Kostenstruktur in einem Markt, in dem Versicherungen wie Gebrauchsgüter gehandelt werden, und schließlich das Risiko eines endgültigen Ausfalls des Kernsystems, wenn diejenigen Fachleute in Rente gehen, die die Altsysteme kennen und warten.

Vorausschauende Versicherungsträger erkennen, dass sie durch die widrigen Marktbedingungen in der beneidenswerten Lage sind, bei niedrigsten Kosten über die Mittel zur Investition in ihre strategischen Kernanforderungen zu verfügen. Diejenigen, die entlang dieser Erkenntnis handeln, können nachhaltige Vorteile gegenüber ihren Konkurrenten erringen, die sich für andere Investitionsoptionen entscheiden oder untätig bleiben.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im aufgezeichneten Web-Seminar „Opportunity in Adversity: Why an Economic Downturn is Ideal for Core System Investment“ unter www.guidewire.com/tw1-webseminar.